Papageienschutz aktuell

Internet-Zeitung des Papageienschutz-Centrums Bremen e. V.

Vogelreservat schützt seltene Papageien

Die Chapmans Zwergamazone wurde im Jahr 1912 erstmals beschrieben und verschwand anschließend für Jahrzehnte, so dass sie als ausgestorben galt. Eine kleine Gruppe dieser Papageien wurde jedoch im Jahr 2002 in Kolumbien in den Nebelwäldern der Anden erfreulicherweise wieder entdeckt und bis heute versucht man, die Art durch verschiedene Schutzmaßnahmen langfristig zu erhalten. Die äußerst seltene Zwergamazone erreicht eine Länge von etwa 24 cm und kommt ausschließlich in einem kleinen Gebiet am Westabhang der Anden vor. In den Nebelwäldern halten sie sich meist zwischen 2900 und 3150 Metern Höhe auf. Über die Ernährung und die Lebensweise dieser vom Aussterben bedrohten Papageienart gibt es bisher kaum Erkenntnisse. Die in Kolumbien tätige Vogelschutzorganisation Pro Aves hat nach hartnäckigen Verhandlungen inzwischen ein neues Grundstück in dieser Andenregion erworben, das seltenen Arten wie der Champans Zwergamazone als Vogelschutzreservat einen sicheren Lebensraum bieten soll. Schon im letzten Jahr hatte die Organisation für die Hauptpopulation dieser gefährdeten Papageienart, die zwischen 30 und 40 Vogelpaare umfaßte, ein geschütztes Gebiet geschaffen. Das neue Vogelschutzreservat ermöglicht nun die Unterbringung weiterer Brutpaare und sichert somit das zukünftige Überleben der Art. Auf Grund der effektiven Schutzmaßnahmen, die seit der Wiederentdeckung der Zwergamazone durchgeführt wurden, ist ihre gesamte Population von 60 auf schätzungsweise 150-200 Papageien angewachsen. Das neu geschaffene Reservat verfügt unter anderem über Graslandflächen, die mit einheimischen Baumarten wieder aufgeforstet und durch Zäune von angrenzenden Weideflächen getrennt werden. So soll verhindert werden, dass die dort weidenden Rinder in das aufgeforstete Gebiet eindringen und die Baumsetzlinge fressen. Da der alte Baumbestand mit seinen natürlichen Nisthöhlen weitgehend abgeholzt wurde, werden für die Papageien Nistkästen bereit gestellt. Zur Überwachung des Reservats wurde eine Hütte errichtet, die ständig von Wachposten besetzt ist und auch teilweise Forschern und Besuchern Unterschlupf bietet. Das Vogelschutzgebiet wird kurzfristig als Teil des nationalen Schutzgebiet-Verbandes registriert, um sicher zu stellen, dass dort keine Bergbaumaßnahmen durchgeführt werden dürfen.

Quelle: “New bird reserve will protect Colombia’s rare parrots”, Wildlife Extra, August 2010

Sperbergeier büchst bei Greifvogelschau aus

In der Nähe der schottischen Stadt Glasgow machte sich kürzlich bei einer Greifvogelschau ein siebenjähriges Geierweibchen plötzlich auf und davon und sorgte so für jede Menge Aufregung. Da der große Vogel, bei dem es sich um einen Sperbergeier handelte, eine Gefahr für Flugzeuge darstellte wurde kurzfristig eine Flugwarnung ausgegeben. Der Sperbergeier, dessen natürlicher Lebensraum [...]

weiterlesen ⇒

Keas gehen beim Stehlen ‘planvoll’ vor

Keas haben keinen besonders guten Ruf, da diese Papageienart mit Vorliebe Gummidichtungen parkender Autos anknabbert und zerstört. Der Kea ist ein etwa 45 cm langer Vogel, der in den Gebirgen der Südinsel Neuseelands lebt, die Wintermonate aber auf Grund mangelnder Nahrung auf dem Flachland verbringt. Er ist einer der wenigen Papageien, die außerhalb der Tropen [...]

weiterlesen ⇒


Friedhof wird Lebensraum für gefährdete Arten

Die Stadt Wien hat ein neues Umweltprojekt ins Leben gerufen, das den Friedhof im Wiener Stadtteil Neustift am Walde in einen geeigneten Lebensraum für seltene und gefährdete Tierarten verwandeln soll. Es wurden spezielle Areale als Rückzugsgebiete für Feuersalamander, Nachtschmetterlinge und Springfrösche errichtet, während man auf alten Bäumen Nistkästen für sämtliche Singvögel von der Blaumeise bis [...]

weiterlesen ⇒

Urvogel setzte Schnabel als Jagdwaffe ein

Wissenschaftler aus den U.S.A. und Argentinien untersuchten den fossilen Schädel eines südamerikanischen Terrorvogels (Andalgalornis steulleti), der vor etwa sechs Millionen Jahren im Nordwesten Argentiniens verbreitet war, um etwas über die bisher noch weitgehend unbekannte Funktion des riesigen Schnabels zu erfahren. Bei dieser Art handelte es sich um große, am Boden lebende und meist flugunfähige [...]

weiterlesen ⇒


Sozialverhalten von Kolkraben erforscht

Forscher der Universität Wien haben drei Jahre lang das soziale Verhalten bei Kolkraben untersucht und dabei festgestellt, dass auch Vögel ihre Artgenossen in entsprechenden Situationen “trösten”. Bisher war dieses Verhalten nur von Schimpansen bekannt, die einen Artgenossen, der von anderen auf Grund eines Konfliktes angegriffen worden war, anschließend umarmten. Die Versöhnung nach einem Streit ist [...]

weiterlesen ⇒


 

| Kontakt | Copyright © 2010 Papageienschutz aktuell | Impressum |